Perioperatives Management
ACR 2022 – csDMARDs, JAK-Inhibitoren und Glukokortikoide
- MTX, Leflunomid, HCQ, Sulfasalazin und Apremilast: übliche Dosis bei elektiver Hüft-/Knieendoprothetik grundsätzlich fortführen.
- Tofacitinib, Baricitinib und Upadacitinib: mindestens drei Tage vor Operation pausieren; Operation entsprechend Tabelle 2 am vierten Tag nach letzter Dosis. Die Empfehlung betrifft das Infektionsrisiko und berücksichtigt nicht allein ausreichend ein individuelles VTE-/kardiovaskuläres Risiko.
- Glukokortikoide: bei rheumatologischer Dauertherapie aktuelle Tagesdosis fortführen; keine routinemäßige supraphysiologische Stressdosis allein aufgrund dieser Leitlinie. Eine eigenständige Nebenniereninsuffizienz erfordert eine gesonderte perioperative Planung.
ACR 2022 – Biologika bei RA, AS, PsA oder JIA
Biologikum pausieren und den Eingriff nach Auslassen der nächsten fälligen Gabe planen. Die Zeitangaben beziehen sich auf das jeweilige Ausgangsintervall und die letzte Dosis, nicht auf einen neu verordneten Dosisplan.
| Wirkstoff und übliches Intervall | Operation nach letzter Gabe |
|---|---|
| Infliximab alle 4 / 6 / 8 Wochen | Woche 5 / 7 / 9 |
| Adalimumab alle zwei Wochen | Woche 3 |
| Etanercept wöchentlich | Woche 2 |
| Golimumab s.c. alle vier Wochen | Woche 5 |
| Golimumab i.v. alle acht Wochen, US-Regime | Woche 9 |
| Abatacept i.v. monatlich / s.c. wöchentlich | Woche 5 / Woche 2 |
| Certolizumab alle zwei / vier Wochen | Woche 3 / 5 |
| Rituximab-Zyklus alle 4–6 Monate | Monat 7 |
| Tocilizumab s.c. wöchentlich / i.v. alle vier Wochen | Woche 2 / 5 |
| Anakinra täglich | Tag 2 |
| Secukinumab oder Ixekizumab alle vier Wochen | Woche 5 |
| Ustekinumab alle zwölf Wochen | Woche 13 |
| Guselkumab alle acht Wochen | Woche 9 |
Die US-Tabelle bestätigt keine EU-Zulassung eines Wirkstoffs, einer Applikationsform oder eines Intervalls; insbesondere Golimumab i.v. ist hier als US-Kontext gekennzeichnet.
ACR 2022 – SLE getrennt behandeln
- Schwerer SLE: aktuelle Induktions- oder Erhaltungstherapie wegen schwerer Organmanifestation, beispielsweise Lupusnephritis, ZNS-Lupus, schwerer Zytopenie oder bedrohlicher Vaskulitis. Auch bei aktuell ruhiger Erkrankung unter Erhaltungstherapie nach schwerer Organmanifestation.
- Bei geeignetem Operationszeitpunkt MMF/Mycophenolsäure, AZA, Ciclosporin, Tacrolimus, Anifrolumab und Voclosporin nach rheumatologischer Abstimmung fortführen. Belimumab ebenfalls fortführen; i.v.- Belimumab/Anifrolumab zeitlich gemäß Tabelle 2 in Woche 4 einplanen.
- Rituximab bei schwerem SLE: Operation im letzten Monat des Dosierungszyklus; Tabelle 2 nennt Monat 4– 6
- Nicht schwerer SLE: MMF/Mycophenolsäure, AZA, Ciclosporin und Tacrolimus eine Woche vorher pausieren. RTX und Belimumab ebenfalls pausieren: RTX Monat 7, Belimumab i.v. Woche 5 beziehungsweise s.c. Woche 2.
- Die amerikanische Fortführungsempfehlung begründet keine zusätzliche EU-Zulassung, etwa für RTX bei SLE.
ACR 2022 – Wiederbeginn
- Bei pausierter antirheumatischer Therapie: wieder beginnen, wenn die Wunde heilt, Fäden/Klammern entfernt sind, keine relevante Schwellung/Rötung/Sekretion und keine andere fortbestehende Infektion vorliegen.
- Wiederbeginn bei abgeschlossener Wundheilung und fehlender Infektion, meist nach etwa 14 Tagen
DGRh 2022
| Thema | DGRh 2022 |
|---|---|
| MTX | Fortführen; bei >20 mg/Woche vorübergehende Reduktion erwägen, Erläuterung nennt ≤15 mg/Woche |
| Leflunomid | Bei geringem Infektionsrisiko fortführen; bei hohem Risiko beschleunigt eliminieren |
| AZA, MMF, Ciclosporin | 1–2 Tage vor Operation pausieren; bei hohem Schubrisiko Fortführung |
| RTX | Elektiven Eingriff ab vier Monaten nach letzter Infusion und spätestens vier Wochen vor nächster Infusion planen |
| JAK-Inhibitoren | Bei größeren Eingriffen 3–4 Tage präoperativ pausieren |
| Glukokortikoide | 2–3 Monate vorher möglichst reduzieren, Ziel <10 mg/d; perioperativ stabil halten |
| Wiederbeginn | Bei unauffälliger Wundheilung/fehlender Infektion möglichst früh; keine generelle 14-tägige Mindestpause |
HCQ, Sulfasalazin und Apremilast können fortgeführt werden. Notfalleingriffe nicht wegen einer DMARD-Pausenfrist verzögern. Bei längeren Pausen kurzwirksamer Medikamente das Schubrisiko beachten.